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Brasilien: Anzeige nach Krediten an Umweltsünder

Die Abholzung des Regenwaldes ist Brasiliens größter Beitrag zum Treibhauseffekt. Nun werden die Banken, die sie finanzieren, zur Rechenschaft gezogen... Continue

Brasilien: Anzeige nach Krediten an Umweltsünder

Die Abholzung des Regenwaldes ist Brasiliens größter Beitrag zum Treibhauseffekt. Nun werden die Banken, die sie finanzieren, zur Rechenschaft gezogen..... Continue

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Information, Hintergründe

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Holzauge sei wachsam
Raubbau-Holz erkennen

Schon die Baumart und das Herkunftsland geben Aufschluss darüber, ob ein Holz mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Raubbau stammt - oder nicht.

Bei folgenden Holzarten ist allgemein Vorsicht geboten:

Tropische Hölzer
Abachi, Afrormosia, Afzelia, Anigré, Balau / Yellow Balau, Bilinga, Bongossi, Bubinga, Eukalyptus, Framiré, Gabun (Okoumé), Hevea, Iroko, Kambala, Khaya, Koto, Lauan, Limba, Mahagoni, Makoré, Meranti, Merbau, Niangon, Nyatoh, Padouk, Palisander, Ramin, Sapelli, Sipo, Teak, Wawa, Wenge

Hölzer aus nordischen Wäldern (Kanada, Russland)
Hemlock, Red Cedar, Redwood, nordische Fichten- und Kiefernarten. Vorsicht bei Bezeichnungen wie 'Echt-Holz', 'Massivholz', 'Hartholz', 'Rotholz' oder 'Edelholz': Dahinter verstecken sich oft Hölzer aus Raubbau.

Selbst aus den zweifelhaftesten Quellen gelangt Holz in deutsche Läden. Aus Ländern, in denen wenig oder keine Kontrollen durchgeführt werden, wird auch vor Nationalparken oder geschützten Baumarten nicht Halt gemacht. Auch die tatsächliche Einschlagsmenge wird nicht - oder nur ungenügend - kontrolliert und bei der Steuerberechnung berücksichtigt.

Illegaler Einschlag führt zu einem Dumping der Holzpreise und schadet so auch der deutschen Forstwirtschaft und dem deutschen Holzhandel.



Zertifizierung und Labels .
Beispiel FSC

Das bekannteste und von Umweltorganisationen am häufigsten akzeptierte Zertifikat ist das des FSC (Forest Stewardship Council). An dieser weltweiten Initiative beteiligen sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessengruppen. Der FSC ist eine Art Normierungs- und Kontrollstelle für Holzfirmen, die nach positiv abgeschlossener Betriebsprüfung mit dem FSC-Siegel auf ihren Produkten werben dürfen. Die FSC-Kriterien werden allerdings noch weiterentwickelt und deshalb gibt es natürlich auch strittige Punkte wie z.B. die Zertifizierung von Plantagen. Auch die unzureichende Beteiligung bzw. Mitsprache von Bevölkerungsgruppen (insbesondere von Indigenen = Ureinwohner), die von den Forst- oder Plantagenaktivitäten betroffen sind, sowie mangelnde Transparenz werden kritisiert. Daher können wir das FSC-Siegel, obwohl es unter den internationalen Zertifikaten unseren Kriterien am nächsten kommt, derzeit nicht uneingeschränkt empfehlen.

Das FSC-Siegel ist KEIN Öko-Siegel. Es verbietet z.B. Spritzmittel nicht grundsätzlich und es können auch umweltschädliche Plantagen zertifiziert werden. Das FSC-Siegel zeichnet aber Produkte aus, die aus einer 'relativ nachhaltigen' Waldbewirtschaftung stammen. Holzprodukte mit FSC-Siegel sind auf jeden Fall besser als herkömmliches Holz aus Raubbau.

Produkte mit dem Naturland-Siegel können wir dagegen heute schon empfehlen, denn sie stammen aus naturnaherem Waldbau. Bisher zertifiziert Naturland nur in Deutschland, was von vorneherein schon viele bekannte Probleme in unterentwickelten Ländern ausschließt (Korruption, mangelnde Beteiligung der Zivilgesellschaft, etc.)


Vorsicht vor diesen Zertifikaten!

Dass ein Holzprodukt zertifiziert ist, reicht allein nicht aus! Auf die Art des Zertifikats kommt es an. Es sind viele Zertifikate im Umlauf, die wir ablehnen müssen, weil in ihren Kriterien Punkte wie z.B. Mitspracherechte der lokalen, oftmals auch indigenen, Bevölkerung oder der Umweltverbände fehlen oder in der Praxis kurzerhand übergangen werden.

Mogelpackungen

Häufig findet man Gartenmöbel mit einem Etikett 'Aus staatlich kontrollierter Forstwirtschaft' oder den Hinweis, die lokale Forstbehörde gewährleiste 'ökologisch sinnvolle Verwendung und Nachpflanzungen'. Hierbei handelt es sich keineswegs um international oder von Umweltverbänden anerkannte Zertifikate, hinter denen sinnvolle Vergabekriterien, Institutionen und Kontrollmechanismen stehen. Die Bezeichnungen sollen einzig die Kunden beruhigen und den Verkauf fördern!

Labels, die wir hinterfragen

Folgende Zertifizierungssysteme haben fragliche Partizipationsmöglichkeiten für Betroffene, schwache oder gar keine Kriterien bezüglich sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, oder die Zertifikatsinhaber haben solche Kriterien nachweislich nicht eingehalten:

CSA (Canadian Standard Association)

MTCC (Malaysian Timber Certification Council)

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)

SFI (Sustainable Forestry Initiative)



Wichtige Anmerkung:
Plantagen sind keine Wälder!

Die Bezeichnung "Plantagenholz" soll dem Kunden vermitteln, dass für das Holz keine (Tropen)-Wälder gerodet wurden. Was im ersten Moment gut klingt, entpuppt sich als Mogelpackung: Dort, wo jetzt die Plantagen stehen, wuchsen früher Urwälder mit einer großen Artenvielfalt. Plantagen hingegen bestehen meist aus nur einer Baumart, oft sogar einer fremdländischen, und bieten nur sehr wenigen Tier- und Pflanzenarten (und schon gar keinen Menschen) Lebensraum. Für maximales Wachstum werden Kunstdünger und Spritzmittel eingesetzt. Durch die stark technisierte Bewirtschaftung bieten Plantagen nur wenigen Menschen Arbeitsplätze und damit eine Einkommensquelle. Diese Plantagen werden wie Agrarflächen bewirtschaftet und dienen vor allen Dingen dem Export. Nur Wenige, meist große ausländische Holzunternehmen, profitieren von den Plantagen.

Die gängigsten Plantagenhölzer sind Teak, Hevea - auch Hevaru oder Gummibaumholz genannt - und Eukalyptus.

Sinnvoll und ökologisch vertretbar sind Plantagen nur dann, wenn sie kleinflächig sind, mit heimischen Baumarten und ohne den Einsatz von Spritzmitteln und Kunstdüngern auskommen sowie die lokale Bevölkerung angemessen unterstützen.

Brasilianische Indianer besetzen im Jahr 2006 eine Plantage, die Ihnen zuviele
Nachteile gebracht hat (oben).

Fichtenplantagen (unten) dagegen nimmt der bayerische Bürger in der Regel schon als Wald.