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Brasilien: Anzeige nach Krediten an Umweltsünder

Die Abholzung des Regenwaldes ist Brasiliens größter Beitrag zum Treibhauseffekt. Nun werden die Banken, die sie finanzieren, zur Rechenschaft gezogen... Continue

Brasilien: Anzeige nach Krediten an Umweltsünder

Die Abholzung des Regenwaldes ist Brasiliens größter Beitrag zum Treibhauseffekt. Nun werden die Banken, die sie finanzieren, zur Rechenschaft gezogen..... Continue

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Die Abholzung des Regenwaldes ist Brasiliens größter Beitrag zum Treibhauseffekt. Nun werden die Banken, die sie finanzieren, zur Rechenschaft gezogen....... Continue

Ein langwieriger Weg
Politische Prozesse gegen den Raubbau an den Wäldern


G8 zu illegalen Holzgeschäften -
Erkenntnis und erste Schritte

Aufgrund der beschriebenen Auswirkungen war es nur eine Frage der Zeit, bis die globale Waldzerstörung in das Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit rücken würde. Ende der 80er Jahre kam die Waldproblematik über eine Erwähnung als Randthema bei G7/G8-Treffen noch nicht hinaus, andere bei der UN (United Nations = Vereinte Nationen) angesiedelte Foren sollten sich dann mehr darum kümmern. Teilweise als Antwort auf viele dort eher ergebnislos geführte Verhandlungen wurde auf dem G8-Treffen im Mai 1998 ein Wald-Aktionsprogramm beschlossen, welches über 4 Jahre zunächst einmal Fakten zusammentragen sollte - aber keine Maßnahmen im Wald oder zur Unterbindung von illegalem Handel vorsah. Die G8-Länder hatten sich darauf geeinigt, Abschätzungen über Art und Ausmaß des internationalen Handels mit illegal geschlagenem Holz zu erstellen, sowie Einschätzungen zur Wirksamkeit diverser Kontroll-Maßnahmen dieser illegalen Aktivitäten vorzunehmen. G8-Vereinbarungen sind nicht rechtsverbindlich. Einige G8-Mitglieder haben wenig zur Umsetzung des Aktionsprogramms unternommen, während andere sich ernsthafter der Probleme annahmen.

Ganz selbstlos haben sich die G8-Staaten nicht um die aus dem Ruder laufenden internationalen Holzgeschäftes gekümmert. Das Bündnis der G8- Länder - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und den USA - steht für rund 50 Prozent des Weltholzhandels und für über 70 Prozent des Holzverbrauchs. Als Gründe das Thema aufzugreifen, werden u.a. folgende genannt: eine Public Relation-Ãœbung als Antwort auf die damalige multidimensionale und alles umwälzende gesellschaftliche und politische Krise in Indonesien mit verheerenden Folgen für den Forstsektor; ein Signal an die ergebnislose UN-Verhandlung IFF (International Forum on Forests); und - wahrscheinlich am Wichtigsten - ein Versuch, dem privaten Sektor (Unternehmen) der G8-Staaten den Zugriff auf die meist in Staatsbesitz befindlichen Wälder in den Ländern des Südens zu ermöglichen. Der Aktionsplan hebt 'freiwillige Verhaltenserklärungen' und 'private freiwillige marktorienterte Mechanismen' besonders hervor und empfiehlt den Regierungen der Länder mit den meisten bisher unerschlossenen Wäldern 'alle privaten Interessensvertreter (stakeholder) an der Aufgabe, nachhaltige Waldbewirtschaftung einzuführen, zu beteiligen'.

Zusammengefasst machte das G8-Wälder-Aktionsprogramm den ökonomischen Interessen aus den G8-Ländern den Weg frei, es zeigte öffentlich ein Engagement der G8-Länder zu einem ökologischen Problem und es gab das Signal, dass die G8-Staaten neue Vereinbarungen und Aktivitäten als nötig erachteten, um gegen das illegale Holzgeschäft vorzugehen - wobei die Marschrichtung einer großen Bandbreite an Maßnahmen gegen illegalen Holzeinschlag grob vorgegeben wurde. Schon 2000, also vor Abschluss des Aktionsprogramms, drängten die USA auf eine ambitioniertere Initiative zur Unterbindung der illegalen Aktivitäten speziell in Asien, woraus dann die FLEG-Konferenz 2001 in Bali entstand.

Im Jahre 2005 beschäftigten sich die G8-Länder unter britischer Präsidentschaft wieder mit dem illegalen Holzgeschäft. Während die britische Regierung nachfrageseitige Maßnahmen gegen den illegalen Holzhandel (wie Beschaffungsrichtlinien für die öffentliche Hand) einführen wollte, setzte die US-Strategie, wie ein der Presse zugespieltes internes Memorandum offenlegte, ganz andere Schwerpunkte. Neue Import- oder Beschaffungsregelungen sollten auf alle Fälle verhindert werden und die USA schmiedeten mit Kanada, Russland und Japan einen Pakt um die Briten von ihren ambitiontierten Plänen abzubringen. Statt dessen sollten ausschließlich produktionsseitige Maßnahmen, wie Capacity Building und Technologietransfer für Ãœberwachungsgerät bevorzugt werden. Die Umwelt- und Entwicklungsminister verpflichteten sich dazu, bereits existierende internationale Vereinbarungen und freiwillige Kontrollmaßnahmen in angemessenem Umfang zu unterstützen, um den Import und die Vermarktung von illegal geschlagenem Holz in ihren eigenen Ländern zu unterbinden, Richtlinien für die öffentliche Beschaffung zu fördern, sowie mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten - vor allen Dingen also Maßnahmen, die in den G8-Ländern selbst keine besonderen Anstrengungen erforderten.