Ein langwieriger Weg
Politische Prozesse gegen den Raubbau an den Wäldern
African FLEG -
Andere Rahmenbedingungen, doch bekannte Herausforderungen
Im Oktober 2003 wurde in Yaoundé (Kamerun) die AFLEG-Ministerkonferenz (African FLEG) durchgeführt. Ähnlich wie zwei Jahre zuvor in Asien versprach man sich aus dem Erfahrungsaustausch zwischen Ministern und Interessensvertretern aus Afrika, Europa und Nordamerika eine Antwort auf die Raubbau-Problematik. Es wurde erörtert, wie eine Partnerschaft zwischen Produzenten und Konsumenten, den Geldgebern, der Zivilgesellschaft sowie den Unternehmern theoretisch den illegalen Holzeinschlag sowie den damit einhergehenden Handel unterbinden könnte. Resultat der Konferenz war eine Ministererklärung und ein Aktionsplan mit einer langen Liste unverbindlicher Vorschläge.
Die wichtigsten Vorschläge aus dem AFLEG-Aktionsplan vom Oktober 2003 reflektieren die im Vergleich zum asiatischen Raum unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Geschichte der Region. In einigen afrikanischen Länder gibt es aufgrund ihrer noch nicht überwundenen Folgen der Kolonialzeiten oder wegen jüngerer politischer Krisen Konfliktzonen, rechtsfreie Regionen und vielerorts eine unzulängliche Forstgesetzgebung oder -Verwaltung.
Die wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen:
- institutionelle Reformen im Forstsektor stärken
- finanzielle Ressourcen mobilisieren
- die Auswirkungen von Strukturanpassungs- und anderer wirtschaftlicher Maßnahmen auf FLEG analysieren
- bessere wirtschaftliche Gelegenheiten für Gemeinden fördern, die von Wäldern abhängig sind
- die Zusammenarbeit von Vollzugsbehörden in Ländern und länderübergreifend anregen
- die Leistungsfähigkeit aller relevanten Institutionen und Gruppen fördern
- Interessensvertreter, einschließlich der Gemeinden und ländlichen Bevölkerung bei der waldrelevanten Entscheidungsfindung beteiligen
- sicherstellen, dass Eigentums- und Nutzungsrechte, einschließlich der traditionellen Kenntnisse umfassend respektiert werden
- verantwortungsvolle Regierungsführung in ehemaligen Konfliktregionen wieder einführen
- Gesetze und Regulierungen für die Jagd und gegen den Bushmeat-Handel (Wildfleisch) stärken


