Holz-Zertifikate als Orientierungshilfe weitgehend unbekannt und wirkungslosTags: deutschland global responsibility awareness certification consumer ngo
Pressemitteilung, 13.02.2007
Verbraucher wollen vor allen Dingen billig
Holz-Zertifikate als Orientierungshilfe weitgehend unbekannt und wirkungslos
München. 'Solange die Möbel billig sind, ist es mir egal, wo das Holz herkommt und unter welchen Bedingungen es geschlagen wurde!' Diese Kundenmeinung ist das Fazit einer Verbraucherumfrage, die von der Umweltorganisation Pro REGENWALD durchgeführt wurde und deren Ergebnisse nun in der Studie 'Raubbau und Zertifizierung. Befunde einer Verbraucher-Umfrage 2006/2007' vorliegen.
Obwohl mehr als der Hälfte der Befragten die Problematik des illegalen Holzeinschlags und -handels bekannt ist, ist ein möglichst günstiger Preis das stärkste Kaufkriterium. Zwar wünschen sich die HolzkäuferInnen auch eine geregelte, d.h. legale, Herkunft des Produktes, dafür aber einen höheren Preis zu zahlen ist nur eine Minderheit bereit.
Genauso weiß etwa die Hälfte der Befragten, dass es Zertifikate für Holzprodukte gibt und ungefähr können sie auch erklären, was Sinn und Zweck eines solchen Zertifikates sein soll. Wenn es aber darum geht, aus einer Vorlage mit mehreren echten und erfundenen Siegeln gültige Zertifikate zu erkennen, ist die große Mehrheit der Befragten ratlos. Selbst das FSC-Zertifikat, das von vielen Umweltverbänden anerkannt bzw. empfohlen wird und als das Zertifikat mit den höchsten Standards gilt, ist lediglich einem Drittel der befragten VerbraucherInnen bekannt.
'Die Mehrheit der VerbraucherInnen ist sich zwar des Problems der Waldzerstörung für Holzprodukte bewusst, aber ihre Kenntnis der Zertifikate und deren genauen Funktion ist - positiv ausgedrückt - eher vage', sagt Martin Glöckle, einer der Autoren der Studie von Pro REGENWALD. 'Für die Zukunft bleibt den VerbraucherInnen gegenüber viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Fraglich ist jedoch, ob der bereits bestehende Zertifikate-Dschungel dabei hilfreich ist. Momentan fördert er eher die Verwirrung der Holz- und M÷belkõufer und trõgt folglich nichts zur Eindõmmung zerst÷rerischer Waldbewirtschaftung oder gar illegaler Abholzung bei.'
Weiterführende Informationen zur Kampagne 'Raubbauholz bannen' sowie zur Problematik des Handels mit illegalen Hölzern sind auf www.raubbau.info zu finden. Die Website ist Bestandteil des Projektes "Raubbauholz bannen", welches Pro REGENWALD mit Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) seit Mitte 2005 durchführt.
Für Rückfragen:
Hermann Edelmann, Wiebke Böhm
Email: .org
Tel: 089-359 8650
Pro REGENWALD
www.pro-regenwald.de
www.raubbau.info


