Umwelt angeschlagen: Merkel sieht GelbTags: deutschland politics responsibility government
Mit einer gelben Karte quittieren Umweltschützer die Kehrtwende der Bundeskanzlerin in Sachen Umweltschutz und ihre Wirkungslosigkeit zum Waldschutz im Speziellen. Da Klima- und Waldschutz eine viel zu ernste Sache seien, dürfe sich die Kanzlerin künftig kein weiteres Foulspiel erlauben.
Um angemessen über die Dramatik beim Klimawandel und der Waldzerstörung informiert zu sein, solle sich die Kanzlerin im neuen Jahr öfter mit Klimaforschern und UmweltschützerInnen treffen.
Umwelt angeschlagen: Merkel sieht Gelb
Pressemitteilung, 30.12.2008
München - Umweltschützer lassen die Bundeskanzlerin für grobes Foulspiel an der Umwelt Gelb sehen. In einer von Pro REGENWALD initiierten Aktion verwarnen tausende VerbraucherInnen Angela Merkel mit gelben (Post)karten und fordern konsequenteres und engagierteres Spiel im nächsten Jahr. Kritisiert wird, dass die Kanzlerin den Klimaschutz neuerdings gegen ökonomische Stabilität und Arbeitsplätze ausspiele, anstelle die zugrunde liegenden Probleme zu lösen. Zudem habe die Bundesregierung wieder ein Jahr vergeudet, ohne Maßnahmen gegen den illegalen Holzhandel und den Raubbau an Wäldern zu ergreifen.
Pro REGENWALD-Koordinator Hermann Edelmann erläutert: "Der Wandel von Frau Merkel von der respektierten 'Klimakanzlerin' zur Dienstmagd der Energiewirtschaft, den sie offensichtlich auf Druck der Industrie kurz vor Weihnachten vollzogen hat, ist wie eine Blutgrätsche beim Fußball. Dass sie übers ganze Jahr zuvor schon durch (Un)Tätlichkeiten zum Waldschutz aufgefallen ist, macht es nur noch schlimmer. Noch ein Foul, und die Bundeskanzlerin gehört vom Platz - schließlich geht es um Klima- und Waldschutz und um unser aller Zukunft."
Mit der Verwarnung fordern die VerbraucherInnen von der Bundeskanzlerin konkret endlich Maßnahmen gegen den Handel mit illegalen Hölzern und Holzprodukten. Derzeit gibt es dank der Untätigkeit der Bundesregierung kein Mittel, sicherzustellen, dass man kein Holz aus Raubbau kauft und sich damit zum 'Hehler der Waldvernichtung' macht. Der Handel mit illegal geschlagenen und importierten Holzprodukten ist in Deutschland immer noch erlaubt.
Hermann Edelmann von Pro REGENWALD ist ernüchtert: "Wer sich mit den Autobossen und der Energiewirtschaft trifft, der macht sich natürlich wenig Gedanken über die Umweltsituation und läuft in Gefahr, die unzeitgemäßen Strategien und Handlungsmuster dieser Gesprächspartner zu seinen eigenen zu machen. Frau Merkel sollte sich im neuen Jahr öfter mit Klimaforschern und UmweltschützerInnen treffen."
Wer der Kanzlerin, der zuständigen Ministerin Aigner und dem EU-Präsident seine Meinung zum Raubbauholzhandel kundtun will, kann sich auf der Pro REGENWALD-Website Gelbe Karten bestellen


